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Bluthochdruck (Hypertonie)

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Gefäßen erhöht. Damit steigt das Risiko für Schlaganfälle, andere ernsthafte Gefäßkrankheiten und Herzleiden


Klassische Blutdruckmessung: Druckmanschette am Oberarm, Abhören der Geräusche beim Druckablassen (Sphygmanometrie und Auskultation)

Übersicht

Normal sind Blutdruckwerte unter 140/90 mmHg. Bei Bluthochdruck (auch arterielle Hypertonie oder arterieller Hypertonus genannt) werden diese Messwerte wiederholt oder ständig überschritten.

Bluthochdruck tritt hauptsächlich als primäre Hypertonie auf, also Bluthochdruck „an sich“. Das bedeutet, dass er nicht durch andere Krankheiten verursacht wird. Nur bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Betroffenen sind spezielle Erkrankungen, etwa der Nieren, Nebennieren oder der Schilddrüse die Ursache (sekundäre Hypertonie). Mit der Behandlung dieser Krankheiten reguliert sich oft auch der erhöhte Blutdruck.


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Das Tückische ist, dass Bluthochdruck anfangs oft keine Beschwerden macht. So bleibt er meistens erst einmal unentdeckt. Die Folgen für die Gesundheit sind auf Dauer jedoch schwerwiegend. Ständig zu hoher Druck belastet das Herz. Zudem verengt er die Gefäße, beschleunigt die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und verschlechtert so die Durchblutung.

Daher ist Bluthochdruck führender Risikofaktor des Schlaganfalls und neben der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen eine maßgebliche Ursache von Herzleiden wie Herzinfarkt und Herzschwäche. Das Risiko für Invalidität und Tod ist bei Bluthochdruck mit diesen Komplikationen deutlich erhöht.

Auch Nieren- und Augenerkrankungen beruhen oft auf zu hohem Blutdruck. In der Folge kann es zu Nierenversagen und Sehbehinderung, schlimmstenfalls zur Erblindung kommen.

Symptome: Im Laufe der Zeit treten meistens zunächst nur Allgemeinbeschwerden auf wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder -stolpern, Nervosität, Schlafstörungen. Weitere Krankheitszeichen hängen von möglichen Gefäß- und Organschäden ab. Plötzliche Sehstörungen, auch Doppelbilder, können zum Beispiel ein Warnzeichen für einen Schlaganfall sein: Unverzüglich zum Arzt gehen!


Diagnose: Wiederholte Druckmessungen können die Verdachtsdiagnose bestätigen. Ergänzend werden das Herz, der Stoffwechsel, die Nieren, eventuell auch die Augen überprüft. Selten sind noch weitergehende Untersuchungen notwendig.

Therapie: Zahlreiche wirksame und verträgliche Medikamente können einen zu hohen Blutdruck senken. Neu ist eine Kathetertherapie, bei der Nierennerven mittels Abgabe von Hochfrequenzstrom verödet werden (vorerst nur bei schwer behandelbarer Hypertonie, das Verfahren ist noch nicht allgemein eingeführt). „Universale Arznei” ist eine gesunde Lebensweise. Dabei kommt es vor allem auf zwei Punkte an: eine ausgewogene, den Stoffwechsel nicht belastende, möglichst salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung. Wenig Stress, maßvoller Alkoholkonsum und Nichtrauchen tun ein Übriges. Bei Übergewicht sollte man dauerhaft abnehmen. All das hilft, den Blutdruck im „grünen Bereich“ zu halten – eine gute Voraussetzung dafür, dass Herz und Kreislauf fit bleiben.

Im Anschluss beantwortet unser Experte Professor Dr. med. Wolfram Delius häufige Fragen zu Bluthochdruck. Mehr zu den möglichen Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose und Therapie lesen Sie in den jeweiligen Kapiteln dieses Ratgebers (siehe Übersicht oben oder Kapitelleiste unten).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 


Experten-Sprechstunde mit Professor Delius

 



Professor Wolfram Delius ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in München




Klicken Sie auf die Balken, um Antworten auf die gestellten Fragen zu erhalten!

 


Kann Herzklopfen von zu hohem Blutdruck kommen?

Von Herzklopfen sprechen Mediziner, wenn der Herzschlag stärker, vor allem aber schneller wird. Meist tritt das in Stresssituationen oder bei körperlicher Anstrengung auf. Zu hoher Blutdruck allein lässt das Herz nicht schneller schlagen, wohl aber werden Patienten mit Bluthochdruck stressbedingtes Herzklopfen und die damit verbundene zusätzliche Blutdrucksteigerung stärker spüren als Menschen mit normalem Ausgangsblutdruck.
Anders verhält es sich beim Herzstolpern. Dabei kommt es zu Extraschlägen des Herzens, die den regelmäßigen Herzrhythmus unterbrechen. Sie werden Extrasystolen genannt und können sowohl in den Herzvorhöfen als auch in den Herzkammern ihren Ursprung haben. Hoher Blutdruck kann nicht nur diese vergleichweise harmlose Form von Herzstolpern auslösen, sondern gilt auch als Hauptrisikofaktor für das so genannte Vorhofflimmern. Dabei handelt es sich um einen ständig unregelmäßigen Herzschlag mit meist sehr hoher Frequenz. Allerdings spüren die Patienten das Flimmern nicht unbedingt. Ein Warnzeichen kann ein unregelmäßiger Pulsschlag/-ton bei der Blutdruckmessung sein. Bei Auftreten einer solchen Herzrhythmusstörung sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden. Er kann mithilfe eines EKGs das Flimmern dann zuverlässig nachweisen beziehungsweise ausschliessen.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Ist ein roter Kopf ein Zeichen für hohe Blutdruckwerte?

Jeder kennt das: Wenn Karikaturisten oder Comic-Zeichner Menschen in Rage darstellen wollen, malen sie ihnen einen hochroten Kopf. Falsch ist das nicht. Ärger oder andere Emotionen lösen im Körper Stress-Alarm aus: Das Herz schlägt schneller und stärker, es wird mehr Blut gefördert und die Blutgefäße werden enger gestellt. Der Blutdruck steigt. Wie die rote Gesichtsfarbe anzeigt, gibt es auch Menschen, bei denen nicht alle Gefäße eng gestellt, sondern im Gegenteil sogar besser durchblutet werden. Dies hängt wahrscheinlich von einer individuell unterschiedlichen Reaktion auf die Stresshormone Adrenalin beziehungsweise Noradrenalin ab.

Allerdings verläuft nicht jeder Blutdruckanstieg so. Ebenso gut kann eine stärkere Aufwärtsbewegung des Blutdrucks bei Stress auch zu auffallender Gesichtsblässe führen – jeder kennt die Beschreibung: blass vor lauter Ärger!
In den meisten Fällen wird man aber einen Blutdruckanstieg an der Gesichtsfarbe überhaupt nicht ablesen können. 

Als Arzt muss man auch daran denken, dass es bestimmte Geschwulstarten gibt, die Stresshormone wie Adrenalin oder Noradrenalin (Sammelbegriff: Katecholamine) erzeugen. Eine Eigenart dieser Geschwülste ist es, dass sie meist anfallsartig blutdrucksteigernde Hormone ins Blut ausschütten. In der Folge kommt es dann zu krisenhaft ansteigendem Blutdruck, begleitet von schweren Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen und starkem Herzklopfen. In diesen Fällen werden die Patienten schlagartig blass. Andere Geschwulstarten wiederum regen die Produktion bestimmter Hormone an – Mediziner nennen das ein Karzinoid-Syndrom –, was zu einer plötzlich auftretenden Rötung des Gesichts und gelegentlich auch zu einem krisenhaften Blutdruckanstieg führen kann.

Die Gesichtsfarbe allein ist also kein verlässlicher Indikator zur Beurteilung des Blutdrucks und kann eine genaue Messung nicht ersetzen.

Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Welche Blutdruckwerte sind normal?

Herz und Blutgefäße – Arterien und Venen – stellen ein mit Blut gefülltes, untereinander verbundenes System dar. Wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, wird Blut in die große Körperschlagader (Aorta) gepumpt. Wie hoch der dabei entstehende Druck ist, hängt von der gepumpten Menge und dem Widerstand der nachgeschalteten arteriellen Gefäße ab. Im Idealfall sind ausgeworfene Blutmenge und Durchmesser der Arterien so aufeinander abgestimmt, dass ein zur Versorgung aller Organe optimaler Blutdruck zustande kommt. Der zum Zeitpunkt des Blutauswurfs (Systole des Herzens) gemessene „systolische" Blutdruck sollte im Bereich 110 bis maximal 140 mmHg liegen, der zum Zeitpunkt der erneuten Füllung der Herzkammer (Diastole) gemessene „diastolische“ Blutdruck sollte 80 bis 90 mmHg betragen. Beim liegenden Menschen sind die Blutdruckwerte von Kopf bis Fuß fast identisch. Im Stehen kann der Blutdruck nur aufrechterhalten werden, weil der Organismus einer Blutansammlung in der unteren Körperhälfte durch Engstellung der Blutgefäße entgegenwirkt.



Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Welcher Seitenunterschied beim Blutdruckmessen ist normal?

Die mit einer Oberarm-Manschette am rechten und linken Arm gemessenen Blutdruckwerte sind praktisch nie identisch. Die systolischen, also die oberen, zuerst gemessenen Werte können durchaus um etwa 10 mmHg, die diastolischen unteren Werte um etwa 5 mmHg voneinander abweichen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass der Blutdruck ständig kleinen Schwankungen unterliegt. Zum anderen spielt auch die unterschiedlich ausgebildete Oberarmmuskulatur (Rechts- beziehungsweise Linkshänder) eine Rolle.
Zur Beurteilung des Blutdrucks wird der höhere Wert herangezogen. Es empfiehlt sich, an dem entsprechenden Arm auch in Zukunft  zu messen. Wenn die systolischen Werte um mehr als 20 mmHg voneinander abweichen, sollte ein Gefäßspezialist (Angiologe) hinzugezogen werden. Unter Umständen kann eine Gefäßverengung im Schulter- oder Oberarmbereich die deutlich niedrigeren Werte bedingen.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München

 


Geht der Blutdruck tatsächlich runter, wenn man gesünder lebt?

Ein gesunder Lebensstil ist ist wichtiger Bestandteil jeder Blutdrucktherapie. Gerade wenn der Blutdruck nur leicht erhöht ist und keine weiteren maßgeblichen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren vorliegen, kann eine Lebensstiländerung tatsächlich zur Behandlung ausreichen. Als wirkungsvollste Strategien haben sich eine moderate Gewichtsreduktion und vor allem ausreichend Bewegung herausgestellt. Mit folgenden Maßnahmen lässt sich der Blutdruck durchschnittlich um folgende Werte senken:

• 10/8 mmHg durch Ausdauersport (3 x 40 min pro Woche);
• 10/5 mmHg pro fünf Kilogramm Gewichtsabnahme;
• 7/4 mmHg pro 3 Gramm Kochsalz pro Tag weniger;
• 6/3 mmHg durch vegetarische Kost;
• 5/3 mmHg durch Alkoholbeschränkung (weniger als 30 Gramm pro Tag; empfohlenes Limit für Männer 25, für Frauen 20 Gramm pro Tag);
• 3/1 mmHg durch Entspannungstraining;
• 2,9 bis 3,5 mmHg systolisch (also den oberen Messwert betreffend) durch eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Getreide, Geflügel, Fisch, fettarmen Milchprodukten.

Es ist natürlich empfehlenswert, so viel wie möglich aus diesem Katalog umzusetzen – auch wenn die so erreichte Blutdrucksenkung nicht genau die Summe der Einzeleffekte erreichen wird. Dafür funktioniert unser Körper insgesamt zu kompliziert.

Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Ist Ausdauersport bei Bluthochdruck gut?

Ausdauersport ist bei Bluthochdruck nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht! Empfehlenswert sind zügiges Spazierengehen, aber auch Walking, Joggen, Schwimmen oder Radfahren: drei bis vier Mal pro Woche mindestens jeweils eine halbe Stunde, besser noch 45 Minuten. Die genannten Aktivitäten sind Ausdauersportarten mit leichter bis mittelschwerer Belastung. Sie sind bei Ruheblutdruckwerten bis 140/90 mmHg problemlos möglich. Selbst wenn die Werte zunächst darüber lagen, mit Medikamenten aber konstant unter Kontrolle gebracht werden konnten, ist eine moderate Ausdauer- oder Kraftbelastung machbar. Dennoch sollte die Frage, welche Sportart betrieben werden soll und wie intensiv, in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden. Er kann vor Aufnahme des Trainings mit Hilfe eines Belastungs-EKGs, bei dem auch der Blutdruck gemessen und die Pulsfrequenz bestimmt wird, die körperliche Belastbarkeit überprüfen. Dies ist dann besonders wichtig, wenn der Hochdruck bereits Folgeschäden am Herzen verursacht hat wie Herzkranzgefäßerkrankung, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen

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Sinkt mein Blutdruck, wenn ich salzarm esse?

Die Rolle einer kochsalzarmen Kost bei Bluthochdruck wurde zeitweise uneinheitlich beurteilt, da Patienten auf eine salzarme Diät unterschiedlich ansprechen: Bei einigen sinkt der Blutdruck bereits bei mäßiger Kochsalzeinsparung, während bei anderen kein oder kein wesentlicher Effekt zu sehen ist. Die Erklärung dafür liegt darin, dass es sowohl „kochsalzempfindliche“ als auch „weniger kochsalzempfindliche“ Hochdruckpatienten gibt.  Man schätzt, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung und 40 Prozent der Hochdruckkranken kochsalzempfindlich sind. Da im Einzelfall die Wirkung auf den Blutdruck schwer vorauszusagen ist und sich die Salzempfindlichkeit im Alltag nur schwer herausfinden lässt, gilt für alle Hochdruckpatienten: Beim Kochen und Essen auf Salz verzichten und stattdessen lieber schmackhafte Gewürze verwenden. Als Richtwert für einen blutdruckverträglichen Salzkonsum gelten heute etwa 6 Gramm Kochsalz pro Tag. Eine oft übersehene „Salzfalle“ lauert übrigens in vielen Getränken. Tee, Fruchtsäfte und Kaffee sind kochsalzfrei, andere wie zum Beispiel bestimmte Mineralwässer oder Fertigprodukte können aber zum Salzkonsum ganz erheblich beitragen.

 

Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Darf ich trotz Bluthochdruck in die Sauna?

Wärme erweitert die Blutgefäße. Große Hitze kann den Blutdruck daher deutlich senken. Bei Menschen, die ohnehin schon einen sehr niedrigen Blutdruck haben, ist die Wahrscheinlichkeit von Kreislaufbeschwerden bei längerem Aufenthalt in der Sauna daher erhöht. Aber auch Hochdruckpatienten sollten vorsichtig sein. Nach der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten kann der zusätzliche Blutdruckabfall beim Saunabesuch ebenfalls zu Schwindel oder sogar Ohnmacht führen. Daher sollten solche Medikamente erst ein bis zwei Stunden nach dem Saunabesuch eingenommen werden. In jedem Fall gilt: Um die Verträglichkeit zu testen, sollten die Dauer und Temperatur langsam gesteigert werden. Wenn verfügbar, sollte bei Herz-und Kreislauferkrankungen der Biosauna der Vorzug gegeben werden: Hier sind die Temperaturen niedriger als in der finnischen Sauna (klassischer Saunatyp) – meist um 45-60°C, bei einer Luftfeuchtigkeit bis etwa 55 Prozent. Die Biosauna soll für den Kreislauf weniger anstrengend sein. Allerdings verweilt man dort üblicherweise länger als in der normalen Sauna. Eine weitere Besonderheit des Biosaunens ist, dass häufig ätherische Öle oder spezielle Beleuchtungseffekte (Lichttherapie) eingesetzt werden, was viele als angenehm empfinden.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Ist bei älteren Menschen ein höherer Blutdruck ok?

Früher wurde häufig die Auffassung vertreten, ältere Menschen könnten von einem erhöhten Blutdruck profitieren, weil das Gehirn so besser durchblutet würde. Es ist aber heute eindeutig erwiesen, dass auch ältere und sehr alte Patienten von einer Blutdrucksenkung profitieren. Eine im Jahr 2008 abgeschlossene Studie bei über 80-jährigen Hochdruckpatienten hat klar gezeigt, dass schon eine Absenkung des systolischen Blutdrucks auf 150 mmHg zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit, insbesondere auch der Schlaganfall- und Herzinfarkthäufigkeit, führt. Heute definieren die medizinischen Fachgesellschaften die Grenze für Bluthochdruck bei jüngeren und älteren Menschen wieder gleich: Bis zur Obergrenze von 140/90 mmHg gilt der Blutdruck noch als normal, darüber als erhöht.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München

 


Warum vertragen ältere Menschen Blutdrucksenker oft nicht gut ?

Über die Hälfte der 50-jährigen Menschen leiden an Bluthochdruck, aber nur jeder zweite davon weiß das auch. Ein erhöhter Blutdruck macht oft über viele Jahre hinweg keine oder nur geringe Beschwerden, und die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung werden immer noch zu wenig genutzt. Daher beginnt die Blutdrucksenkung mit Medikamenten in vielen Fällen erst sehr spät, und die Betroffenen sind oft schon im reiferen Alter. Gerade bei älteren Menschen können die üblichen Dosierungen der Blutdrucksenker aber häufig einen stärkeren Blutdruckabfall bewirken als bei jüngeren Menschen. In der Anfangsphase der Therapie sind Schwindel und Müdigkeit daher häufige Begleiterscheinungen. Oft kann das durch eine Anpassung der Dosis, den Einsatz besser verträglicher Medikamente oder eine Medikamentenverteilung, die den Blutdruckspitzen im Tagesverlauf angepasst ist, gemildert werden. Letztlich ist die Therapie bei älteren Patienten aber oft die Suche nach einem Kompromiss: Es gilt die gesundheitlichen Vorteile einer Blutdrucksenkung, allen voran die Verminderung des Risikos für Schlaganfall und Herzinfarkt, zu wahren, gleichzeitig aber dafür zu sorgen, dass der Schwindel als häufig nicht vermeidbare Nebenwirkung noch erträglich und gesundheitlich verträglich bleibt. So wird man sich im höheren Alter gelegentlich mit der Absenkung des Blutdrucks auf systolische Werte im Bereich von 140 bis 150 mmHg zufriedengeben müssen.

 

 

Professor Dr. med. Wolfram Delius, München



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 09.05.2012
Bildnachweis: W&B/ Bernhard Huber, Banana Stock/ RYF

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